{"id":892,"date":"2019-03-24T19:13:23","date_gmt":"2019-03-24T18:13:23","guid":{"rendered":"https:\/\/berlin-translator.com\/?p=892"},"modified":"2019-03-24T19:23:10","modified_gmt":"2019-03-24T18:23:10","slug":"fruehling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berlin-translator.com\/ru\/fruehling\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchling"},"content":{"rendered":"\n<p>Fr\u00fchjahr \u2013\neine Jahreszeit reich an Traditionen, wie keine andere. Es h\u00e4ngt damit\nzusammen, dass fr\u00fcher die Menschen sehr viel st\u00e4rker von dem Wirken der Natur\nund der Abfolge der Jahreszeiten abh\u00e4ngig waren. Ohne Elektrizit\u00e4t, mit eingeschr\u00e4nktem\nZugang zu Informationen mussten sie sich auf das Empfinden und die Erfahrung\nder \u00c4ltesten und allgemein anerkannten \u201aWeisen\u2018 verlassen. Man kann sich heute nur\nschwer vorstellen, wie sehns\u00fcchtig die W\u00e4rme und die Sonne nach dem Winter\nerwartet wurde. Die Lebensmittelknappheit, die sich gegen Ende der Wintermonate\nabzeichnete, erschien geradezu bedrohlich. Das alles bewegte die Menschen, verschiedene\nRituale und Br\u00e4uche zu entwickeln, um das Kommen der Helligkeit und des\nNaturerwachens zu beschleunigen, wobei heidnische und christliche Urspr\u00fcnge\nineinanderflossen.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Ein fester\nBestandteil der Fr\u00fchjahrsbr\u00e4uche ist die symbolische Vertreibung des Winters.\nIn Polen wird die Strohpuppe Morena (pol.: <em>marzanna<\/em>)\nin einer Prozession durch das Dorf getragen und anschlie\u00dfend feierlich\nverbrannt oder ins Wasser geworfen. Das soll eine gute Ernte sichern. Im fr\u00fchen\nChristentum hat man in Polen versucht, den Brauch ganz zu verbieten, sp\u00e4ter warf\nman als Ersatz eine Puppe, die Judas symbolisieren sollte, von einem\nKirchenturm. Alle Verbote misslangen. Aktuell wird diese Tradition zur\nTagundnachtgleiche am 21.03. gefeiert. <\/p>\n\n\n\n<p>In einigen\nGegenden Deutschlands werden gl\u00fchende Holzscheiben oder aus Stroh geflochtene\nbrennende R\u00e4der von einem H\u00fcgel oder Berg ins Tal gerollt. Die runde Form der\nbrennenden Gegenst\u00e4nde erinnern unzweifelhaft an die Sonne. Dieser Brauch der\nWinterverbrennung findet bis heute\nvielfach im S\u00fcdwesten Deutschlands statt, vor allem im Schwarzwald. <\/p>\n\n\n\n<p>In Rheinhessen und der Pfalz finden am IV. Sonntag der\nFastenzeit traditionell Sommertagsumz\u00fcge statt, um den Winter zu vertreiben. In\nTh\u00fcringen wird seit 1897 die \u201eSommergewinnzunft\u201c gefeiert, in Eisenach der \u201eSommergewinn\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umz\u00fcge enden auf dem\nMarktplatz, wo ein Streit zwischen einer Sonneng\u00f6ttin, der warmen Jahreszeit,\nund dem Eisk\u00f6nig, der kalten Jahreszeit, beginnt. Der Verlierer \u2013 der Eisk\u00f6nig\n\u2013 wird anschlie\u00dfend symbolisch als Strohpuppe verbrannt. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Tagundnachtgleiche,\nder 21. M\u00e4rz, wurde schon bei den alten Germanen als Sonnenfest gefeiert. An\ndem Tag beginnt der astronomische Fr\u00fchling. <\/p>\n\n\n\n<p>In Russland feiert man Masleniza (russ.: <em>\u041c\u0430\u0441\u043b\u0435\u043d\u0438\u0446\u0430)<\/em>, ein traditionell ostslawisches Fest am Ende des Winters, das von der heidnischen Kultur geerbt wurde und das nach der Christianisierung Russlands erhalten blieb. Masleniza kann als Butter- (Butter russ.: <em>\u043c\u0430\u0441\u043b\u043e)<\/em> oder K\u00e4sewoche (russ.: <em>\u0421\u044b\u0440\u043d\u0430\u044f \u043d\u0435\u0434\u0435\u043b\u044f)<\/em> \u00fcbersetzt werden. Es ist in der slawischen Mythologie eine Figur, die den Winter und den Tod verk\u00f6rpern soll. Sie wird als eine Strohpuppe in Frauenkleidung mit einer Pfanne oder einem russischen Pfannkuchen (Blin) in der Hand dargestellt. Nach der Festwoche wird sie begraben, verbrannt oder am Dorfrande in kleinste St\u00fccke zerrissen. In orthodoxen L\u00e4ndern beginnt Masleniza eine Woche vor der Gro\u00dfen Fastenzeit, die sieben Wochen dauert und mit Ostern endet. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie man sieht, gl\u00fchte\ndie gro\u00dfe Sehnsucht nach W\u00e4rme, Sonne, Naturerwachen in den Menschen schon\nimmer und vor allem grenz\u00fcbergreifend. Angesichts der Klimaver\u00e4nderungen, die\nder Mensch der Erde zumutet, ist es wichtig, gerade jetzt, zu dieser Jahreszeit\neinmal kurz inne zu halten und die positive Wirkung der Energie auf uns ganz\nbesonders wahrzunehmen. Es ist dar\u00fcber hinaus auch ein Beweis daf\u00fcr, dass wir\nals Menschen viel mehr Gemeinsamkeiten haben, als wir zugeben und dass wir uns\n\u00fcber die Grenzen hinaus sehr \u00e4hneln.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/pl.wikipedia.org\/wiki\/Marzanna\">https:\/\/pl.wikipedia.org\/wiki\/Marzanna<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/projekte-mh\/netzwerke\/spaetlese\/themen\/kultur-kunst-und-wissenschaft\/artikel.266835.php\">https:\/\/www.berlin.de\/projekte-mh\/netzwerke\/spaetlese\/themen\/kultur-kunst-und-wissenschaft\/artikel.266835.php<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/rekannov.com\/russische-fastnacht-masleniza-bedeutung-butter-milch-oder-kaesewoche\/\">http:\/\/rekannov.com\/russische-fastnacht-masleniza-bedeutung-butter-milch-oder-kaesewoche\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Foto:  Toni Mihailov <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fchjahr \u2013 eine Jahreszeit reich an Traditionen, wie keine andere. 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